Gleich mehrere Objekte holte diesmal der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl C. Berger, am 21. Juli für die mit Obfrau Herlinde Keuschnigg anwesenden Mitglieder des Freundeskreises und des Forum Land aus seiner schon berühmten Volkskunstmuseums-Schatztruhe. Zunächst beschrieb er das Projekt von „INNklusion“, „Museum begreifen“, das gemeinsam mit Studierenden und einer selbstbetroffenen Person als Ideengeber und dem Volkskunstmuseum entstanden ist. Dabei wurde ein historisches Relief aus dem Kenotaph Kaiser Maximilians als 3D-Druck umgesetzt, um Geschichte taktil erfahrbar zu machen. So entsteht ein barrierefreier Zugang zu kulturellen/historischen Inhalten, besonders für blinde und sehbehinderte Menschen. Künftig sollen im Volkskunstmuseum weitere Tastmodelle entstehen, um Geschichte für alle zugänglich erfahrbar zu machen. Die Präsentation erfolgt am „Tag des Denkmals“, also am Sonntag, 27. September in der Hofkirche. Anhand eines Steines, der in seiner Form an einen Brotlaib erinnert, bemerkte Dr. Berger, man bemühe sich im Volkskunstmuseums immer wieder zu hinterfragen, von wem das betreffende Objekt sein könnte oder welchen Zweck es erfüllte. Sodann warf der Leiter des Museums einen Blick auf eine von Oskar Chamier dem Museum übereignete aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Spielkartensammlung. Dr. Berger: “Wir haben nicht viele Spielkarten im Volkskunstmuseum, weil z. B. da und dort immer wieder eine Karte fehlte und das betreffende Spiel deshalb nicht vollständig und damit wertlos ist.Um etwas Leben in diese Objektepräsentation zu bringen, präsentierte Berger eine bunte Seidenmalerei aus der Zeit von 1900 bis 1910, also ein bemaltes Blumenbukett.
Schließlich gab es nicht umgesetzte Pläne aus 1910 für den Bau eines Gewerbemuseums auf den Löwenhausgründen zu sehen. Aus dem von Berger vorgelegten „Gästebuch des Innsbrucker Gewerbemuseums 1905-1918“ sind die Eintragungen vieler auch hoher Persönlichkeiten zu lesen wie etwa der Name von Albin Egger-Lienz. In diesem Zusammenhang wies Dr. Karl C.Berger daraufhin, dass vor hundert Jahren das Land Tirol das „Museum für Volkskunst und Gewerbe“ übernahm. Drei Jahre später wurde es als Tiroler Volkskunstmuseum im großzügig umgebauten „Theresianum“ in der Innsbrucker Universitätsstraße eröffnet. Dazu Berger: “Damit war das Tiroler Volkskunstmuseum die erste kulturelle Institution, die im Eigentum des Landes stand – eine politische Willensbekundung, die bis heute nachwirkt.“
Dr. Heinz Wieser
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