Dann und wann öffnet der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl. C. Berger, seine „Schatztruhe“ und präsentiert erstaunliche Objekte. Am 25. Februar war es wieder so weit als Obfrau Herlinde Keuschnigg und die Mitglieder des Freundeskreises sowie Vertreter des Forum Land eine spannende kulturelle Stunde mit Dr. Berger erleben konnten.
Zunächst gab es ein schön bemaltes Nähkästchen aus dem 18. Jahrhundert mit religiösen Motiven wie der Anbetung der hl. 3 Könige zu bewundern. Es stand im Eigentum von Prof. Josephus Weber (1878 bis 1968). Er studierte in München und in Innsbruck Musik und arbeitete in Schwaz als Volksschullehrer, war Kapellmeister der Stadtmusikkapelle und 1. Dirigent des Liederkranz-Hausorchesters aus dem später das Städtische Orchester Schwaz hervorging.
„S. Dismas 1798“ ist auf einem weiteren Objekt, einer Hinterglasmalerei, zu lesen, das die „Flucht nach Ägypten“ darstellt. Dismas weist der hl. Familie den Weg, Er ist in der christlichen Tradition der Name des mit Jesus gekreuzigten „rechten“ Schächers, der nach dem Lukasevangelium am Kreuz Reue zeigte, wofür ihm Jesus das Paradies versprach.
Schließlich gab es noch eine „Schützin“ zu bewundern. Diese aus der Grödner Schnitzerei des 18. Jahrhunderts stammende Darstellung diente als Vorlage für Kupferstiche.
Wenn auch zu dieser Zeit sakrale Themen überwogen, war die Darstellung von Alltagsszenen und lokalen Traditionen, zu denen auch das Schützenwesen gehörte, durch aus üblich.
Dr. Heinz Wieser
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