Präsentation Stift Stams

Beeindruckende Stiftsführung durch Abt Prälat German Erd

 25 Mitglieder des von Obfrau Herlinde Keuschnigg geführten Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums und auch Angehörige des Forums Land erlebten am 6. Oktober eine beeindruckende Führung durch das Zisterzienserstift Stams, das auch heute von Leben erfüllt ist. Der 44.  Abt des Zisterzienserstiftes, Prälat Hofrat Dir. Mag. German Erd O.Cist., führte in seinen profunden Erklärungen die Gäste weit in die Vergangenheit zurück.   

Das Stift Stams hat in den sieben Jahrhunderten seines Bestehens immer wieder wesentlich zum kulturellen Aufblühen unseres Landes beigetragen. 1273 von Meinhard II. und seiner Gattin Elisabeth zum Gedächtnis an deren Sohn Konradin gegründet, der als letzter Hohenstaufer in Neapel auf tragische Weise ums Leben kam, entwickelte sich das Kloster in kurzer Zeit zu einem monastischem und künstlerischen Zentrum Tirols. Der Ruf von Stift Stams war bald so hervorragend, dass ihm Kaiser Karl IV. 1362 sogar die deutschen Reichskleinodien zur Aufbewahrung anvertraute.

Nur die asketische Disziplin, mit der die Zisterziensermönche die Benediktinerregel „Bete und arbeite!“ befolgten und ihre Liebe zur Kultur und allem Schönen konnten bewirken, dass das Stift auch in Zeiten harter Prüfungen, trotz Plünderungen und Brandschatzung in den Bauernaufständen, trotz Katastrophen und Kriegen sowie in den Jahren der „Illegitimität“ in der NS- Zeit sein kulturelles Erbe bis in unser Jahrhundert behaupten konnte.

Heute trägt das Stift, dessen Konvent 20 Patres zählt und zu dem in Südtirol die Pfarren Untermais, St. Peter und Gratsch gehören, die Mitverantwortung für die geistige und ethische Bildung der Jugend in Tirol. So ist das Stift Träger des Gymnasiums und Aufbaurealgymnasiums Meinhardinum, der Internatsschule für Schisportler, Sitz des Instuts für Sozialpädagogik der Diözese Innsbruck und einer der Standorte der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein.

In der berühmten Stamser Fürstengruft, die sich in der Stiftskirche befindet, sind das Stifterpaar, seine Kinder mit Frauen, Herzog Friedrich IV. mit Frauen und Kaiser Maximilians zweite Frau Bianca Maria Sforza beigesetzt. Die Grablege wurde in der Zeit von 1670 bis 1681 nach Art einer römischen Confessio in den Fußboden des Schiffes versenkt und von Wappenbalustraden umgeben.

Die Stiftskirche des Zisterzienserstiftes Stams wurde am 30. September 1984 anlässlich ihres 700-jährigen Weihetages in den Rang einer päpstlichen Basilika erhoben.

Die Erbauer der Kirche hinterließen vor über 700 Jahren bei der Schaffung dieses Heiligtumes manches, was einmalig ist. So ist die aus einer romanischen Basilika hervorgegangene Klosterkirche mit über 81 Metern die längste Kirche des Landes. In der sogenannten  Fürstengruft dieses barocken Juwels halten funkelnde Holzfiguren ewige Wache. Über dem Hochaltar steigt ein weitverzweigter silberner Baum empor, in dessen Geäst 84 geschnitzte Figuren, die den biblischen Stammbaum ausdrücken, stehen. Das barocke Chorgestühl sowie das berühmte Rosengitter in der Blutskapelle sind beste Wertarbeit von unnachahmlicher Schönheit.

Die Prälaten von Stams haben in der Geschichte maßgeblich die Tiroler Landespolitik beeinflusst und dadurch viel zur Entwicklung unseres Landes beitragen können. Sie gehörten schließlich bis 1918 mit Sitz und Stimme der „Prälatenbank“ des Tiroler Landtages an.

Dr. Heinz Wieser

 

 

Kontakt

Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums

A-6020 Innsbruck
Universitätsstraße 2
Österreich

info@freundeskreis-volkskunstmuseum.at

Mitglied werden

Wir laden Sie herzlich ein, Mitglied beim Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums zu werden.

mehr dazu

Volkskunstmuseum

Seit 1888 präsentieren wir Volkskunst und Moderne aus Tirol im Spannungsfeld zwischen Dauer und Veränderung.

mehr dazu

Share Tweet Mail Whatsapp

Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums
ImpressumLinksammlungHaftungsausschlussDatenschutz

powered by webEdition CMS