Aktuelles

Besuch bei eines Goldschmieds hehrer Kunst

Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums trafen sich unter Führung von Obfrau Herlinde Keuschnigg am 30. Oktober im Innsbrucker Atelier von Goldschmied Matthias Pfötscher, der sich auf die individuelle Einzelanfertigung von Schmuckstücken spezialisiert hat. Das Familienunternehmen in zwei Generationen verfügt mit Vater Peter über mehr als 50 Jahre gemeinsame Berufserfahrung. Die interessante Führung stand unter dem Motto „Goldschmiedekunst im 21. Jahrhundert“. Matthias Pfötscher wies darauf hin, dass seine Firma eine der ersten dieser Branche war, die ihre Technik auf eine moderne Basis stellte. Jede Goldschmiede arbeitet heute mit besonderen eigenen Techniken wie vor allem mit Montage oder Guß zur Schmuckherstellung. „Es bereitet uns große Freude mit unseren Kunden im intensiven Dialog zu stehen und gemeinsam den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Design und Stück zu gehen. Unser Ziel ist es, einen persönlichen Mehrwert  zu schaffen und Schmuckstücke nach dem persönlichen Geschmack zu entwerfen“, sagte Matthias Pfötscher. Neben vielen privaten Kunden vertrauen Juweliere in ganz Österreich und über die Grenzen hinaus auf dieses Goldschmiedeatelier.

Das Handwerk der Goldschmiede zählt zu den ältesten Kunstgewerben, weil das Schmuckbedürfnis des Menschen schon in urgeschichtlicher Zeit entwickelt war. Die ältesten Goldschmiede Tirols gab es in der alten Tiroler Bischofsstadt Brixen wegen der großen Nachfrage für liturgische Geräte. Als älteste Tiroler Goldschmiedearbeit wird der Brautbecher von Margarete Maultasch genannt. Die Tiroler Goldschmiedeordnung von 1591 schreibt als Meiststücke vor: einen Kelch, ein Siegel mit Schild und Helm sowie einen Ring mit einem gefassten Diamanten. Dafür betrug die Lehr- und Wanderzeit auch fünf bis sechs Jahre! (Dr. Heinz Wieser)

Platz da!

Der Kustos der Bibliothek des Landesmuseums-Ferdinandeums, Roland Sila, erklärte am 23. Oktober Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums unter Führung  von Obfrau Herlinde Keuschnigg die drei in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße noch bis 11. November unter dem Motto „Platz da!“ aufgestellte Stelen, auf denen jeweils historische Fotos aus Innsbruck zu sehen sind. Auch an öffentlichen Plätzen  in den Städten Lienz, Bozen und Bruneck sind solche Stelen mit Bildern aus der Vergangenheit zu betrachten.

In Anwesenheit des Leiters des Tiroler Volkskunstmuseums,  Karl C. Berger, und des Vereins-Ehrenobmannes, Otmar Kronsteiner, wies Roland Sila darauf hin, dass die Bilder aus den Fotobeständen der Projektpartner des Interregprojekts „Lichtbild“ stammen, dessen Ziel es ist, historische Fotobestände zu schützen und Interessierten Kompetenzen im Umgang mit ihrem privaten Fotoarchiv zu vermitteln, da die historische Fotografie in den Mittelpunkt rücken soll.

Roland Sila wörtlich:  „Die Fotografien ermöglichen uns einen Blick in die Vergangenheit und zeigen den Wandel der Zeit. Gebäude und Orte, die wir heute als Teil unseres Alltags sehen, bekommen als Fotomotive in historischen Bildern einen neuen Stellenwert und regen zum Nachdenken an. Umso wichtiger ist es, diese Zeitdokumente für die Nachwelt zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen.“

Jede der vier Teilausstellungen, die gemeinsam ein Ganzes bilden, steht unter besonderen Leitmotiven: So geht es in Innsbruck um Feste feiern und Mobilität, aber auch um die NS-Zeit. In Lienz liegt der Fokus auf den Bespielungen und Instrumentalisierungen des Hauptplatzes, auch mittels seiner Namensänderungen im Laufe der Jahrzehnte – vom ursprünglichen „Hauptplatz“ über „Kaiser-Josef-Platz“ (1906-1938) und „Adolf-Hitler-Platz“ (1938-1945) bis zur erneuten Namensgebung „Hauptplatz“. In der Südtiroler Landeshauptstadt werden mit „Pole Position“ das Aussehen und die Gebäude des Waltherplatzes bildmäßig erfasst; außerdem die Aspekte Bewegung und Menschenmassen. In Bruneck werden hingegen unter anderem die Spuren von Krieg und Frieden sowie das Motiv „Stein auf Stein“ thematisiert. (Dr. Heinz Wieser)

Herlinde Keuschnigg neue Obfrau. Otmar Kronsteiner nun Ehrenobmann

Bei der am 18. Oktober in Innsbruck abgehaltenen Jahreshauptversammlung des  Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums wurde Herlinde Keuschnigg einstimmig zur neuen Obfrau und damit zur Nachfolgerin von Otmar Kronsteiner gewählt.

Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Karl C. Berger, zeichnete ein anschauliches Bild über das Museumsleben, das vor allem geprägt ist von Ausstellungen, Präsentationen und der Herausgabe von Publikationen und Begleitbänden zu den Ausstellungen. Bewährt hat sich auch die Setzung inhaltlicher Schwerpunkte zu Weihnachten und zu Ostern. Intensiviert wurde die Erfassung von Andachtsgrafiken.  

In seinem Bericht gab Kronsteiner zunächst einen Überblick über die 40 Veranstaltungen während der letzten drei Jahre, wobei er immer mehr den Schwerpunkt auf Handswerksberufe legte, die ums Überleben kämpfen. Sodann gab er  bekannt, dass er seine Obmannschaft nach 12 Jahren (insgesamt war Otmar 28 Jahre Vorstandsmitglied) in jüngere, dynamischere und politisch erfahrene Hände geben will und dafür Herlinde Keuschnigg vorschlägt. „Natürlich: Scheiden tut weh“ sagte der scheidende Obmann wörtlich, dem sein Freundeskreis stets ein Herzensanliegen war.

Die neue Obfrau Herlinde Keuschnigg dankte für den Vertrauensvorschuss, gab ihrer Freude auf die künftige Vereinsarbeit Ausdruck, die sie zum Wohle des Hauses und der Tiroler Volkskultur erfüllen möchte. Sie würdigte sodann Kronsteiners Verdienste, dem das kulturelle Leben der Landeshauptstadt Innsbruck sowie des Landes Tirol nördlich und südlich des Brenners viel bedeutet und für dessen Belange er sich beispielgebend  mit Tatkraft und immer neuen Ideen einsetzte. So wurde durch Kronsteiners Initiative der "Freundeskreis des Tiroler Volkskunstmuseums", im Jahre 1990 mit dem Ziel gegründet, das Volkskunstmuseum finanziell und ideell zu unterstützen.

Schließlich danke Elisabeth Walde, in herzlichen Worten dem bisherigen Obmann Otmar Kronsteiner, der in fast drei Jahrzehnten Unglaubliches geleistet hat, und dem gewissermaßen eine Verschmelzung des Vereins mit dem Volkskunstmuseum in bewundernswerter Weise gelungen ist. Auf Waldes Antrag hin wurde Otmar Kronsteiner zum Ehrenobmann ernannt.

Vor der Jahreshauptversammlung sprach Landesarchivdirektor Christoph Haidacher in der Hofkirche nach Klängen der Ebert-Orgel durch Reinhard Jaud zum Thema „Kaiser Maximilian I. – Ein Herrscher der Zeitenwende“.

Unter dem Motto „Tiroler im Herzen — Europäer im Geiste“, begeht das Land Tirol das Gedenken an Kaiser Maximilian I., dessen Tod sich 2019 zum 500. Mal jährt. Dazu erschien im Haymon-Verlag das von Michael Forcher und Christoph Haidacher herausgegebene Buch „Kaiser Maximilian I. - Tirol. Österreich. Europa. 1459-1519“. (Dr. Heinz Wieser)

Der neugewählte Vorstand:
Obfrau: Herlinde Keuschnigg
1.Obfrau-Stellvertreterin: Herta Arnold
2. Obfrau-Stellvertreter: Heinz Wieser
Schriftführung / Protokoll: Gertraud König
Schriftführung / Datenverwaltung: Norbert Schatz
1. Kassier: Arnold Weger
2. Kassier: Engelbert Pöschl
Kassaprüfer: Elisabeth Loidl und Klaus Menardi
Beiräte: Karl C. Berger, Anna Engl, Dietrich Feil, Otmar Kronsteiner, Herlinde Menardi, Reinhard Rampold, Elisabeth Walde;

Programm Juni bis Oktober 2018

Juni
Dienstag, 12. Juni 2018, 17.00 Uhr: Ledermanufaktur Peter Nagele.
Präsentation dieses alten Handwerks (Herstellung von Lederhosen, Ranzen etc.) durch die Inhaberin Monika Nuener. Treffpunkt Leopoldstraße 35 (am Kaiserschützenplatz), Innsbruck.
Anmeldung erbeten: Tel. 0512-59489-510, e-mail: h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at

Donnerstag, 28. Juni 2018, 17.00 Uhr: „Feuer“
Führung durch die diesjährige Sonderausstellung im TVKM durch die beiden Kuratoren Dr. Karl Berger und Mag. Anna Engl. Treffpunkt im TVKM.

2. Termin: Donnerstag, 4. Oktober 2018, 17.00 Uhr

August:
Donnerstag, 2. August 2018, 16.00 Uhr: Dass der Himmel über mir sich kläre.
Führung durch die Künstlerin Gitti Schneider, Treffpunkt TVKM, Kreuzgang.

Donnerstag, 30. 8., 18.00 Uhr: „Gläserkastl“ am Domplatz
Kurz vor der endgültigen Schließung des Geschäfts die letzte Möglichkeit eines Besuchs mit Handwerksvorführung, Treffpunkt Domplatz.
Anmeldung erbeten: Tel. 0512-59489-510, e-mail: h.kapferer@tiroler-landesmuseen.at

September:
Donnerstag, 13. September 2018, 15.00 Uhr: Stereotypen. Gegen eine musikalische Mono-Kultur.
Führung durch den Kurator Dr. Franz Gratl. Treffpunkt Ferdinandeum.

Oktober:
Samstag, 6. – Sonntag, 7. Oktober 2018: Herbst-Fahrt nach Bregenz
Besuch des Vorarlberg-Museums und der Insel Reichenau. Hierzu erfolgt eine gesonderte Ausschreibung.

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18.00 Uhr: Jahreshauptversammlung
Vortrag Dr. Christoph Haidacher MAS zu Kaiser Maximilian
Treffpunkt Hofkirche,  anschließend Generalversammlung in den Stuben (1. OG) des TVKM.

“Renaissance hören“
Prof. Reinhard Jaud entführt in die fantastische Klangwelt der Ebertorgel. Die Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums sind herzlich bei freiem Eintritt dazu eingeladen.
Donnerstag, 21. Juni 2018, 17:30 Uhr Renaissance hören
Donnerstag, 9. August 2018, 17:30 Uhr Renaissance hören

Dir. Meighörner präsentierte den Vorstand der Volkskunstmuseums-Freunden neues Sammlungs- und Forschungszentrum in Hall

Auf Einladung des Tiroler Landesmuseen - Direktors und Geschäftsführers, PD Dr. Wolfgang Meighörner, hatten am 10. Juli Vorstandmitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums mit ihrem Obmann, Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, die Gelegenheit, das am 8. September des Vorjahres in Hall i.T. eröffnete  Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen zu besichtigen.

Direktor Meighörner hieß die Gäste herzlich willkommen und bezeichnete das Sammlungs- und Forschungszentrum als konzeptionellen Meilenstein in der Entwicklung der Tiroler Museenlandschaft. Denn es vereint zentrales Sammlungsmanagement, höchste Sicherheitsvorkehrungen, optimale Lagerung der Exponate und modernste Arbeitsbedingungen zur Erforschung der Tiroler Vergangenheit unter einem Dach.

Von kleinen Nachtfaltern über seltene Musikinstrumente bis hin zu wertvollen Gemälden – das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen ist eine wahre Schatzkammer. So finden neben sechs Sammlungen des Vereins Ferdinandeum, des Tiroler Volkskunstmuseums, des Kaiserjägermuseums und des Landes Tirol auch Werkstätten, Labors und Arbeitsplätze für 40 Mitarbeitern Platz.

Die 1232 erstmals urkundlich erwähnte Stadt Hall ist reich an Geschichte und als bedeutende Stätte der Salzgewinnung und insbesondere als Münzstadt, in der erstmals durch die Erfindung der Walzenprägung das Silbergeld in maschineller Form erzeugt worden ist, ein würdiger Ort für das Gedächtnis Tirols. (Dr. Heinz Wieser)

Freundeskreis bei „Frischluft? Freiheit! Fahrrad“! - Ausstellung im Zeughaus in Innsbruck

Die Ausstellung „Frischlift? Freiheit! Fahrrad!“, die bis 6. Jänner des kommenden Jahres im Zeughaus in Innsbruck geöffnet ist, findet in Zusammenhang mit der Fahrrad-Weltmeisterschaft in Tirol statt. Deshalb ist sie auch in der Zeit während der UCI Strassenrad WM in der Zeit vom 22. bis 30. September bei freiem Eintritt zu sehen.

Obmann Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner besuchte mit Mitgliedern des Freundeskreises am 7. Juni diese interessante Ausstellung, durch die Kustodin des Zeughauses, Dr. Claudia Sporer-Heis, führte.

Die Faszination dieser Fortbewegungsmöglichkeit ist geradezu unbeschreiblich. Man kann es  fast nicht glauben, aber selbst weite Strecken wie etwa von Innsbruck nach Venedig und retour wurden bereits rund um 1900 mit dem Fahrrad zurückgelegt. Diese Ausstellung, die sich mit technik- und kulturgeschichtlichen Aspekten sowie mit verkehrs- und sozialpolitischen Fragestellungen zum Radfahren in der Gegenwart, befasst, führt den Betrachter zum Teil in die Vergangenheit und macht diese Schau ganz besonders spannend.

Die individuelle, unkomplizierte, rasche und ökologische Fortbewegung auf kurzen Strecken erfolgt heute mehr denn je mit dem Fahrrad. Dieses dient aber nicht nur als Verkehrs-, sondern auch als Transportmittel und als Freizeit- und Sportgerät. Seinen Ursprung hat das Fahrrad im sogenannten Laufrad, der Draisine. Dafür erhält der Erfinder Karl von Drais vor 200 Jahren im Großherzogtum Baden ein Privileg und sie avanciert in der Folge zum ersten Individualverkehrsmittel für alle. Weitere Entwicklungsstufen zum Fahrrad sind ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst das Veloziped und Hochrad mit Tretkurbeln am Vorderrad und später das kettenbetriebene Sicherheitsniederrad (1885/86), wie wir es im Prinzip heute noch verwenden. Sind es anfangs ausschließlich gut betuchte Bürger und Adelige, die das Radfahren als Hobby ausüben, so kann man sich bereits um die Jahrhundertwende auch in Tirol mit geringerem Einkommen ein Fahrrad leisten. Für Frauen ist das Radfahren anfangs aufgrund der allgemeinen Bekleidungsvorschriften, aber auch wegen moralischer und gesundheitlicher Bedenken, nicht opportun. Um 1900 wird das Fahrrad auch als Gefährt zur Bewegung in der frischen Luft oder als Sportgerät verwendet. Mit der Zeit unternimmt man gerne auf den immer besser ausgebauten Straßen Fahrradtouren. Diese werden bald als eigenes Angebot des Tourismus entsprechend beworben.

Im Zusammenhang mit der in den 1980er Jahren aufkommenden Umweltbewegung, verbunden mit Fitnessbewusstsein sowie der Entwicklung des Elektrofahrrades, können wir heute – ebenso wie um 1900 – von einem Fahrradboom sprechen. (Dr. Heinz Wieser)

Eine „feurige Ausstellung“ im Tiroler Volkskunstmuseum

Bis zum 4. November ist im Tiroler Volkskunstmuseum täglich von 9 bis 17 Uhr die Ausstellung „Feuer“ zu sehen, die in eindrucksvoller und bezaubernder Weise dem Thema „Feuer“ nachgegangenen ist. Wie so manches im Leben ist auch bei dieser Thematik, die die Menschheit quer durch Geschichte begleitet, eine Vielschichtigkeit der Betrachtung festzustellen. So erinnert die Ausstellung an die Lebensnotwendigkeit des Feuers genauso wie an die negativen Seiten. Die religiösen Aspekte sind nicht zu übersehen, wenn man an die liturgische Bedeutung der Kerzen oder gar an die Armen Seelen im Fegefeuer denkt. Dazu kommen die Herz-Jesu-und Sonnwendfeuer, die Feuerweihe am Karsamstag oder auch die Osterkerze, die Taufkerze und das Ewige Licht. Aber auch im übertragenen Sinn treffen wir immer wieder auf das Feuer und seine Auswirkungen. Mit den Worten „Mit brennender Sorge“ benennt Papst Pius XI. seine Enzyklika aus dem Jahre 1937, in der er die Politik und Ideologie des Nationalsozialismus verurteilt. Aber auch Herzen können brennen, was auch Verliebte immer wieder bezeugen!

So war es auch kein Wunder, dass schon bei der am 17. Mai  eröffneten Ausstellung die Begeisterung der Betrachter für diese Schau spürbar war. Der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Karl C. Berger begrüßte die Gäste und stellte die Ausstellung vor. Anna Engl, MA, Kuratorin der Ausstellung, widmete sich dem Begleitband und Dipl. Ing. Dr. Franz Fischler hat – nachdem er umfassend die Kulturgeschichte des Feuers und dessen umfassenden Nutzen und Bedeutung referiert hat, die Ausstellung eröffnet. Acht Themenbereiche fügen sich in der Sonderausstellung im zweiten Obergeschoß des Museums in Form eines Rundgangs aneinander.

Von der Erkenntnis ausgehend, dass Vorbeugung besser ist als die beste Brandbekämpfung, wurden schon früh Verordnungen verlautbart, die leider nicht immer eingehalten wurden. Als die ältesten dieser Art in Tirol gelten die Brandordnungen, die 1339 unter Margarethe Maultasch vorgeschrieben wurden. Aber auch im Landlibell von Kaiser Maximilian sind Nachbarschaftshilfe, Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz als Verpflichtung des freien Tiroler verankert. Bereits im Spätmittelalter wurde der Heilige Florian zum Patron gegen Brandgefahren. Eine ganz besondere Rarität der Ausstellung ist ein Feuersegen aus der Zeit um 1600: Feuer kann also ganze Existenzen vernichten und führt oftmals zu einer verzweifelten Hinwendung zu einer göttlichen Macht. Die in der Ausstellung präsentierten Votivbilder zeigen Brandkatastrophen und zeugen vom Dank für die überstandene Gefahr. Zur Ausstellung ist die Begleitpublikation „Feuer“, die um Euro 24,90 erhältlich ist, erschienen. (Dr. Heinz Wieser)

Volkskunstmuseums-Freunde besuchten Rudi Wach in Mailand

40 Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums besuchten am 3. Mai mit ihrem Obmann, Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner, den aus Hall i.T. stammenden international anerkannten Maler und Bildhauer Rudi Wach in dessen Atelier in Mailand.

 Dort lebt und arbeitet der berühmte Künstler seit Jahrzehnten, der zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen bildenden Kunst Österreichs gehört. Seine Werke sind meistens Zeichnungen oder Bronzeskulpturen.

Zu den tief beeindruckten Gästen aus Tirol sagte Rudi Wach,  der in seinen Zeichnungen und Skulpturen mehr als nur die Kunst sieht: „Ich sehe meine Arbeit eigentlich als eine Möglichkeit, die menschliche Seele zu erweitern, das Bewusstsein zu vergrößern und damit die Seele zu veredeln. Das ist auch meine ganz große Sehnsucht“.

Zu den weiteren Stationen dieser Exkursion des Freundeskreises zählten ein Besuch von Leonardo da Vincis  Abendmahl, eine Fahrt zu den berühmten Steinbrüchen von Carrara und die Besichtigung der norditalienischen Stadt Piacenza. (Dr. Heinz Wieser)

Bischöflicher Besuch im Tiroler Volkskunstmuseum

Auf Einladung von Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, und Otmar Kronsteiner Obmann des Freundeskreises, kam Bischof Hermann Glettler zu seinem Antrittsbesuch in diese bewährte Tiroler Institution, die der Wahrung und Vermittlung der Kultur in Tirol dient.

In einem von freundschaftlicher Atmosphäre geprägten Gespräch in Anwesenheit mehrerer Mitglieder des Freundeskreises, präsentierte Karl Berger dem Gast das Tiroler Volkskunstmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen aus dem historischen Tirol als eine kunsthistorische Besonderheit. Bischof Glettler würdigte die Bedeutung der  Volksfrömmigkeit, die bei vielen Objekten zum Ausdruck kommt.

Bei einem Rundgang durch das Museum gewann Bischof Glettler einen Eindruck von der Bedeutung dieser umfangreichen Studiensammlung und zeigte sich vor allem von Schaustücken aus dem historischen Alltagsleben, den getäfelten Stuben und der Krippenausstellung begeistert. (Dr. Heinz Wieser)

Herlinde Menardi erhielt das "Ehrenzeichen des Landes Tirol"

Die ehemalige Leiterin des Tiroler Volkskunstmuseums, Dr. Herlinde Menardi erhielt am 20. Februar nach der in der Hofkirche abgehaltenen traditionellen Gedenkfeier für Andreas Hofer und die gefallenen Landessöhne gemeinsam mit elf weiteren verdienten Tiroler Persönlichkeiten im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg aus der Hand von Landeshauptmann Günther Platter das "Ehrenzeichen des Landes Tirol". Damit wurde ihr herausragendes Wirken als Museumsexpertin geehrt.

Herlinde Menardi war 35 Jahre im Volkskunstmuseum tätig, davon zehn Jahre als Leiterin. In ihre Dienstzeit fällt die gelungene Neuaufstellung des Museums im Jahr 2009. Die von ihr gestalteten Sonderausstellungen zeichneten sich durch eine Themenöffnung über die klassische Volkskunde hinaus aus.

Herlinde Menardi wirkte bei mehreren Landesausstellungen maßgeblich mit und ist eine vielgefragte Spezialistin in unterschiedlichsten Bereichen der Kultur. Vor allem ist sie aber als Museumsexpertin gefragt. Als solche war bzw. ist sie Vorstandsmitglied oder wissenschaftliche Beirätin in zahlreichen Museen in Nord- und Südtirol sowie dem Trentino, etwa im Tiroler Bauernhöfe Kramsach, Turmmuseum Oetz, im Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim, im Stadtmuseum Bozen oder im Museo degli Usi e Costumi della Gente Trentina in San Michele.

Hier zeigt sich Herlinde Menardis engste Verbundenheit mit Tirol in seiner Gesamtheit. sondern auch ihr dichtes Netzwerk. Über die staatlichen Grenzen und sprachlichen Unterschiede hinweg, hat sie das Gebiet des historischen Tirol erforscht und so stets an der Idee der Europaregion mitgearbeitet. Diese Überzeugung floss auch in ihre wissenschaftliche Publikationstätigkeit ein, so Veröffentlichungen zur Trachtengeschichte, zur religiösen Volkskunde und Volkskunst, zur historischen Wohnkultur, zum Kunsthandwerk und zur

Der Blick auf das Zusammengehörige über Staatsgrenzen hinweg war auch durch ihre familiäre Herkunft bestimmt: Die Mutter war Buneckerin, die Familie kommt ursprünglich aus dem ladinischen Ampezzo. Mit den ladinischen Tälern in den Dolomiten hat sie bis heute eine sehr enge Beziehung. Herlinde Menardi hatte nach der Matura im väterlichen Fuhrunternehmen in Innsbruck gearbeitet. 1967 legte sie als einzige Frau in Tirol die Prüfung für den LKW-Führerschein ab, 1973 begann sie berufsbegleitend das Studium der Volkskunde und der Geschichte. Bereits fünf Jahre später erfolgte ihre Promotion. 1980 begann Herlinde Menardi im Tiroler Volkskunstmuseum zu arbeiten und blieb dort bis zum Jahr 2014 Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass in Absprache mit dem Land Tirol  das Archiv der von Prof. Dr. Wolfgang Pfaundler geleiteten Kulturzeitschrift „Fenster“ 2017 an das Brenner-Archiv der Universität Innsbruck übergeben wurde.

Obmann Hofrat Dipl.Ing. Otmar Kronsteiner - 80

Ein unermüdlicher und sympathischer Obmann, dem das kulturelle Leben der Landeshauptstadt Innsbruck sowie unseres Landes Tirol nördlich und südlich des Brenners viel bedeutet und für dessen Belange er sich beispielgebend nach wie vor mit Tatkraft und immer neuen Ideen einsetzt, feiert am 2. Oktober die Vollendung des 80. Lebensjahres: Hofrat Dipl. Ing. Otmar Kronsteiner. Der frühere Vorstand der Abteilung für agrarischen Operationen, Baulandumlegung und Dorferneuerung im Amt der Tiroler Landesregierung, wirkt seit Jahrzehnten  im Bereich der Kultur unseres Landes: so vor allem als Obmann des „Freundeskreises Volkskunstmuseum“. Gleichzeitig war er viele Jahre auch  Obmann  des „Forum Land“. Immer wieder führte Hofrat Kronsteiner die Mitglieder beider Vereine in Exkursionen nach Süd- und Osttirol, um diesen kulturinteressierten Tirolern die Schätze unseres gesamten Landes in Natur und Museen näher zu bringen. Sie haben im Laufe der Jahre alle Bereiche des überaus umfassenden Sammelbestandes des alten Tirol mit dem heutigen Trentino und den ladinischen Tälern kennengelernt. Natürlich hat der verdiente Obmann auch eine Wunschliste für die Zukunft: HR Kronsteiner  plant intensive Kontakte mit handwerklichen Künstlern, die zunehmend von industriellen Erzeugnissen verdrängt werden.

Der größte Wunsch des Jubilars besteht vor allem darin, dass möglichst viele Tiroler aller Altersstufen das Tiroler Volkskunstmuseum als einzigartigen Kulturträger  kennenlernen.

Im „Forum Land“, also in der früheren Akademikersektion, war HR Kronsteiner, der heutige Ehrenobmann, 26 Jahre tätig und hat auch in diesem Bereich zahlreiche Initiativen, vor allem im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich, gesetzt.

In Anerkennung seiner beachtlichen Leistungen erhielt er im Dezember des Vorjahres aus der Hand der Innsbrucker  Bürgermeisterin, Mag. Christine Oppitz Plörer, das "Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck" überreicht.

In den vielen Jahren seiner Tätigkeit beim Land Tirol hat er sich besonders um die Grundzusammenlegung verdient gemacht, ohne die es heute in vielen Gemeinden keine sinnvolle  Bewirtschaftung gäbe.

Der gebürtige Innsbrucker begann  seine berufliche Laufbahn im Jahre 1969 beim Land Tirol, war in der Grundzusammenlegung tätig und wurde 1982 zum Abteilungsvorstand ernannt. Akzente setzte er mit der Dorferneuerung. 1993 wurde er zum Vorstand der gesamten Gruppe Agrar, einschließlich der Tiroler Landwirtschaftsschulen und zum Vorsitzenden der Landeskommission für private Elementarschäden bestellt. In diese Zeit  fiel auch der Beitritt Österreichs zur EU, wodurch alle Förderungsprogramme für den ländlichen Raum und insbesondere der Land-und Forstwirtschaft, auf eine neue Basis gestellt werden mussten. Für sein hervorragendes Engagement und den beispielhaften Einsatz zum Wohl der ländlichen Räume in Europa wurde ihm im 2011 von der Europäischen ARGE für Landesentwicklung und Dorferneuerung Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Dem von immer noch großem Arbeitseifer beseelten Tiroler mögen noch viele gesunde Jahre in seinem unermüdlichen Wirken für das ganze Land Tirol gegönnt sein! (Dr. Heinz Wieser)

FREIER EINTRITT IN ALLEN LANDESMUSEEN ÖSTERREICHS UND LICHTENSTEINS

Liebe Freunde des Tiroler Volkskunstmuseums !

Es ist uns eine große Freude Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Direktoren bzw. Geschäftsführer der Landesmuseen in Österreich gemeinsam mit den Leitern einiger Museen in Lichtenstein beschlossen haben, Fördervereinen von Landesmuseen freien Eintritt in ihre Häuser zu gewähren. Durch dieses ebenso großzügige wie sinnvolle Entgegenkommen verfügen Mitglieder des Freundeskreis TVKM mit einer gültigen Jahreskarte ab sofort über die Möglichkeit, alle Landesmuseen in Österreich und Lichtenstein kostenlos zu besuchen. Die Liste der beteiligten Museen finden sie hier: Liste.

Herrn Dir. Dr. Meighörner dürfen wir sehr herzlich für diese besucherfreundliche Initiative und zukunftsorientierte Museumspolitik danken.
Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Mitglieder dieses großartige Angebot (z.B. bei Urlauben oder Ausflügen) nützen würden: Beispielsweise können in Wien 15, in Oberösterreich 10 Museen mit ihren Schätzen besucht werden

Gerade deshalb erinnern wir auch daran, dass mit der Anschluss-Mitgliedschaft eines Familienmitgliedes um preisgünstige 10,00 € diese überaus bemerkenswerte Möglichkeit genutzt werden kann! Nützen Sie diese Chance!
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen künftig viel Freude und spannende Erlebnisse beim Erkunden der faszinierenden Museumslandschaft in den neun Bundesländern sowie in Lichtenstein.

http://www.landesmuseen.at/